Rückblick – Gedenkveranstaltung 2011

Am 18. März diesen Jahres fand das alljährliche Gustav Schneeclaus Gedenken in Buxtehude statt.
Kurz nach 18:00 hatten sich ca. 60 Personen vorwiegend aus der linksalternativen Szene am Busbahnhof versammelt. Der Beginn der Veranstaltung verzögerte sich etwas, weil eine Gruppe von ca. 8-10 zweifelhaften Leuten auftauchte, bei denen mensch sich nicht sicher war, ob sie an der Gedenkveranstaltung teilnehmen oder stören wollten. Nachdem sie angesprochen wurden, entfernte sich die Gruppe vom Busbahnhof.
Ein Aktivist der Antifa Lüneburg hielt eine kraftvolle Rede, in der er, nachdem er den Mord an Gustav Schneeclaus den Teilnehmer_innen wieder in Erinnerung gerufen hatte, den Arbeitszwang in der Gesellschaft und den Ausbruch von Alltagsrassimus, gefördert von Sarrazins Buch kritisierte. Anschließend wurden Rosen an der Gedenkplatte niedergelegt und Grablichter angezündet.
Der größte Teil der Anwesenden ging danach geschlossen zu einem ehemaligen Gemeindehaus in Buxtehude-Altkloster, wo der zweite Teil der Veranstaltung stattfinden sollte.
Pünktlich um 19:30 wurde das Theaterstück angekündigt, das dann aufgeführt wurde. Die Theatergruppe hatte auf der Grundlage von „Der Kick“ ein halbstündiges Schauspiel geschrieben und einstudiert. Das Stück beruht auf einer Begebenheit, die sich 2002 im brandenburgischen Dorf Potzlow abspielte. Es geht um zwei junge Neonazis und deren Freund, die einen Bekannten aus Langeweile abfüllten, demütigten, folterten, ermordeten und anschließend in einer Jauchegrube versenkten. Als Motiv reichte ihnen, dass das Opfer stotterte. Wir waren von der Aufführung begeistert, und auch beim Publikum kam sie sehr gut an.
Eine Aktivistin hielt den nächsten Vortrag. Ausgehend von der Schilderung des Mordes an Gustav Schneeclaus, kam sie über neonazistische Morde in der BRD zu der Situation und dem Naziproblem in Tostedt. Das Publikum hatte dabei immer die Möglichkeit, sich einzubringen, um Einzelnes zu ergänzen.
Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die dabei waren, insbesondere bei den Leuten, die von außerhalb des Landkreises angereist sind.
Besonderer Dank gilt auch allen, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung so kräftig unterstützt haben: Der Lebenshilfe, die uns die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat, den Redner von der Antifa Lüneburg, dem VVN-BdA, der uns finanziell unterstützt, und außerdem die Rosen beigesteuert hat, der hervorragenden Theatergruppe, der Referentin, die ganz spontan einen Vortrag ausgearbeitet hat, und bei allen Leuten, die für den Schutz bei der Veranstaltung gesorgt haben. Ohne euch wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen.
Getreu dem Motto: „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage“ möchten wir jetzt schon ankündigen, dass wir nächstes Jahr zum 20. Todestag von Gustav Schneeclaus wieder eine Gedenkveranstaltung organisieren werden.