Dank den UnterstützerInnen

Wir vom Antifaschistischen Arbeitskreis Gedenken an Gustav Schneeclaus wollen uns erst einmal bei allen bedanken die gestern so zahlreich erschienen sind. Nach unseren Schätzungen müssten wir so um die 100 Personen gewesen sein. In unseren Augen ist dies als Erfolg zu sehen. Darüber hinaus bedanken wir uns bei der VVN-BdA Kreisvereinigung Stade für die gute Zusammenarbeit , dem Kulturforum am Hafen für die ebenfalls prima Kooperation und der Möglichkeit den Vortrag dort abzuhalten und natürlich André Aden für seinen Tätigkeit als Redner. Wir sind rund um zufrieden mit beiden Veranstaltungen und freuen uns aufs nächste Jahr. Eine genauere Reflexion des Tages gestern wird noch folgen. Außerdem wird es morgen noch zwischen 19 und 20 Uhr auf Sendung beim FSK ein paar Worte von uns zum gestrigen Gedenken geben.

Außerdem hier noch einmal die Gedenkworte vom Busbahnhof für alle zum Nachlesen:

„Hitler war der grösste Verbrecher!“ Dieser Satz sollte in den Augen aller Menschen als begründbar und die einzig richtige Aussage anzusehen sein. Gustav Schneeclaus musste dafür sterben. Sterben, weil er das einzig richtige gesagt hatte. Jener Abend, des 18 März 92 sollte ihm zum Verhängnis werden. Er hatte dies wohl schon geahnt als er seine damalige Lebensgefährtin mit den Worten: „Komm doch mit! Ich fürchte mich so vor den Menschen.“ bat, ihn auf dem Weg zur Bank zu begleiten.

Als kleines Kind, geboren am 12. November 1938, erlebte er den Krieg und die Hochphase des Nationalsozialismus mit, noch zu jung um damals alles zu begreifen… Er war 30 Jahre als Kapitän zur See gefahren. Sicherlich keine 30 Jahre purer Freude und ohne Rückschläge. Er heuerte ab und kam nach Buxtehude, fand hier eine neue Lebensgefährtin und wollte ein komplett neues Leben beginnen.

Doch am jenem Mittwochabend war Schluss damit. An diesem Busbahnhof traf er auf Stephan K. und Stefan Silar. Alkoholisiert kam man irgendwie ins Gespräch. Irgendwann wurde es politisch und die schon leicht gereitzen späteren Totschläger, drehten durch, als Gustav Schneeclaus eindeutig zu erkennen gab, was er von Hitler hielt. Sie schlugen auf ihn ein bis er von der Parkbank kippte und verschwanden.

Doch damit nicht genug, eine Dreiviertel-Stunde später kehrten sie zurück, bewaffnet mit einer Zaunlatte/Kantholz um ihre Tat zu vollenden. Dabei sprang unter anderem Stefan Silar unter Anfeuerung seines Kamerden „Mach ihn tot, mach ihn tot.“ immer und immer wieder auf den Kapitän ein, bis sie ihn letztendlich bewusstlos zurückliessen. Der Vorfall ereignete sich um etwa 22 Uhr.

Gegen Mitternacht meldete sich ein „anonymer“ Anrufer bei der Polizei, welcher, wie sich später herausstellte, die beiden Täter nach Hause gefahren hatte.
Schneeclaus wurde mit schwersten inneren Verletzungen, einem Schädelbruch, einem abgerissenem Halswirbel und mehreren Rippenbrüchen ins Krankenhaus eingeliefert, wo er in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag verstarb.

Die beiden Täter Stephan Kronbügel, 25 Jahre alt, und Stefan Silar, 19 Jahre alt, erhielten jeweils nur Haftstrafen von 8½ und 6 Jahren.
Gustav Schneeclaus wurde 53 Jahre alt und seiner Lebensgefährtin vom einen auf den anderen Moment entrissen. Er ist damit eins der 149 offiziellen Todesopfer rechtsextremer Gewalt seit der Wende 1990.

Und aus diesem Grund sind wir hier heute versammelt. Damit die Erinnerung an einen Menschen, dessen Handeln ein Vorbild für uns alle sein sollte, nicht verloren geht. Damit diese Gräueltat nicht in Vergessenheit gerät, insbesondere in Anbetracht der Tatsache das Stefan Silar noch heute sein Geld durch seine menschenverachtende Ideologie verdient.
Damit wir zeigen können, dass Gustav Schneeclaus nicht alleine da stand, sondern es viele gab und gibt, die so denken wie er. Weil man nur so denken kann. Lasst uns ein Beispiel an ihm nehmen und für ein gerechteres Miteinander, für eine Welt ohne Rassismus und Diskriminierung und gegen das Wiederaufflammen einer solchen vernichtenden Denkweise eintreten.

    Damit Gustav Schneeclaus nicht umsonst gestorben ist.