Gemeinsame Anreise aus Hamburg

Für alle, die aus Hamburg anreisen:

Am Samstagmorgen um 10:45 treffen sich einige Leute am Reisezentrum im Hauptbahnhof um gemeinsam mit dem Metronom nach Buxtehude zu fahren.

Interview mit dem FSK

Am Samstag, den 03.03.12 hat der Radiosender FSK Michael Quelle zum Thema Gustav Schneeclaus interviewt. Hier kann das Interview heruntergeladen werden.

Gedenken an Gustav Schneeclaus und aller Opfer rechter Gewalt

Der Kapitän Gustav Schneeclaus wurde vor 20 Jahren am 18. März 1992 von zwei rechten Skinheads am Busbahnhof in Buxtehude bei einem Streit so brutal misshandelt, dass er vier Tage später an seinen schwersten inneren Verletzungen starb.
Grund der Misshandlung war die Äußerung von Gustav Schneeclaus: „Hitler war der größte Verbrecher“.
Die beiden Täter wurden im Herbst 1992 zu sechs und achteinhalb Jahren Gefängnis wegen Totschlags verurteilt.

Stefan Silar, einer der beiden Täter, ist heute einer der führenden Neonazis in Norddeutschland. Er wurde nach Beendigung seiner Haftstrafe bereits wieder mehrfach rechtskräftig verurteilt.
Silar betreibt heute den rechten Szeneladen „Streetwear“ in Tostedt.

In Deutschland wurden nach genauen Recherchen 182 Menschen seit 1990 durch rechte und rassistische Gewalttäter getötet.

Wir wollen an Gustav Schneeclaus und alle Opfer rechter Gewalttäter erinnern.

Wir treten ein für eine demokratische und soziale Gesellschaft ohne Neofaschismus, ohne Rassismus, ohne Antisemitismus, ohne Sexismus und ohne Diskriminierung jeglicher Art.

Wir unterstützen die Demonstration und Kundgebung
„Gedenken an Gustav Schneeclaus und aller Opfer rechter Gewalt“

Rückblick – Gedenkveranstaltung 2011

Am 18. März diesen Jahres fand das alljährliche Gustav Schneeclaus Gedenken in Buxtehude statt.
Kurz nach 18:00 hatten sich ca. 60 Personen vorwiegend aus der linksalternativen Szene am Busbahnhof versammelt. Der Beginn der Veranstaltung verzögerte sich etwas, weil eine Gruppe von ca. 8-10 zweifelhaften Leuten auftauchte, bei denen mensch sich nicht sicher war, ob sie an der Gedenkveranstaltung teilnehmen oder stören wollten. Nachdem sie angesprochen wurden, entfernte sich die Gruppe vom Busbahnhof.
Ein Aktivist der Antifa Lüneburg hielt eine kraftvolle Rede, in der er, nachdem er den Mord an Gustav Schneeclaus den Teilnehmer_innen wieder in Erinnerung gerufen hatte, den Arbeitszwang in der Gesellschaft und den Ausbruch von Alltagsrassimus, gefördert von Sarrazins Buch kritisierte. Anschließend wurden Rosen an der Gedenkplatte niedergelegt und Grablichter angezündet.
Der größte Teil der Anwesenden ging danach geschlossen zu einem ehemaligen Gemeindehaus in Buxtehude-Altkloster, wo der zweite Teil der Veranstaltung stattfinden sollte.
Pünktlich um 19:30 wurde das Theaterstück angekündigt, das dann aufgeführt wurde. Die Theatergruppe hatte auf der Grundlage von „Der Kick“ ein halbstündiges Schauspiel geschrieben und einstudiert. Das Stück beruht auf einer Begebenheit, die sich 2002 im brandenburgischen Dorf Potzlow abspielte. Es geht um zwei junge Neonazis und deren Freund, die einen Bekannten aus Langeweile abfüllten, demütigten, folterten, ermordeten und anschließend in einer Jauchegrube versenkten. Als Motiv reichte ihnen, dass das Opfer stotterte. Wir waren von der Aufführung begeistert, und auch beim Publikum kam sie sehr gut an.
Eine Aktivistin hielt den nächsten Vortrag. Ausgehend von der Schilderung des Mordes an Gustav Schneeclaus, kam sie über neonazistische Morde in der BRD zu der Situation und dem Naziproblem in Tostedt. Das Publikum hatte dabei immer die Möglichkeit, sich einzubringen, um Einzelnes zu ergänzen.
Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die dabei waren, insbesondere bei den Leuten, die von außerhalb des Landkreises angereist sind.
Besonderer Dank gilt auch allen, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung so kräftig unterstützt haben: Der Lebenshilfe, die uns die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat, den Redner von der Antifa Lüneburg, dem VVN-BdA, der uns finanziell unterstützt, und außerdem die Rosen beigesteuert hat, der hervorragenden Theatergruppe, der Referentin, die ganz spontan einen Vortrag ausgearbeitet hat, und bei allen Leuten, die für den Schutz bei der Veranstaltung gesorgt haben. Ohne euch wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen.
Getreu dem Motto: „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage“ möchten wir jetzt schon ankündigen, dass wir nächstes Jahr zum 20. Todestag von Gustav Schneeclaus wieder eine Gedenkveranstaltung organisieren werden.

Update – Infos zum Theaterstück

Die Theatergruppe wird im Anschluss an den Vortrag, Teile aus dem Theaterstück „Der Kick“ von Andres Veiel aufführen.
Dieses dokumentarische Theaterstück setzt sich aus originalen Gesprächsprotokollen rund um einen im Sommer 2002 verübten Mord an einem 16 jährigen Schüler durch drei Neonazis zusammen.
Eltern und Freunde von Opfer und Tätern, Bekannte, Sozialarbeiter, Täter und Zeugen kommen zu Wort. Was sie sagen, führt nicht unbedingt zum Verständnis, aber es wird vielleicht ein wenig klarer, in welchem sozialen Klima solche Gewalttaten möglich werden.

19. Jahrestag des Gedenkens

Dieses Jahr wird nach der Mahnwache am Busbahnhof (Beginn: 18:00) neben einem Vortrag ein Theaterstück im ehemaligen St.-Paulus Gemeindehaus (Am Eichholz 29, Beginn: 19:30) aufgeführt.

Demonstration in Tostedt

Einen Tag nach Gustav Schneeclaus‘ Todestag wird in Tostedt demonstriert. Einer der zwei Täter von damals, Stefan Silar ist nach wie vor aktiv. Er betreibt einen Laden für Naziklamotten, der einen Bezugspunnkt der örtlichen rechten Szene darstellt. Die Dorfgemeinschaft akzeptiert das stillschweigend, das Naziproblem wird geleugnet. Wenn alternative Jugendliche von Nazis angegriffen werden, wird das als Streiterei unter Jugendlichen ohne politischen Hintergrund verharmlost. Um diesen Verhältnissen etwas entgegenzusetzen, gehen wir am 19. März auf die Straße.

Antifaschistische Demonstration
Samstag, 19. März 2011
13 Uhr
Tostedt – Bahnhof

Weiteres hier.

Dank den UnterstützerInnen

Wir vom Antifaschistischen Arbeitskreis Gedenken an Gustav Schneeclaus wollen uns erst einmal bei allen bedanken die gestern so zahlreich erschienen sind. Nach unseren Schätzungen müssten wir so um die 100 Personen gewesen sein. In unseren Augen ist dies als Erfolg zu sehen. Darüber hinaus bedanken wir uns bei der VVN-BdA Kreisvereinigung Stade für die gute Zusammenarbeit , dem Kulturforum am Hafen für die ebenfalls prima Kooperation und der Möglichkeit den Vortrag dort abzuhalten und natürlich André Aden für seinen Tätigkeit als Redner. Wir sind rund um zufrieden mit beiden Veranstaltungen und freuen uns aufs nächste Jahr. Eine genauere Reflexion des Tages gestern wird noch folgen. Außerdem wird es morgen noch zwischen 19 und 20 Uhr auf Sendung beim FSK ein paar Worte von uns zum gestrigen Gedenken geben.

Außerdem hier noch einmal die Gedenkworte vom Busbahnhof für alle zum Nachlesen:

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Anreise

Wer mit der Bahn aus Hamburg kommt, fährt am besten zusammen mit allen anderen Menschen, die aus dieser Richtung kommen. Um 17:21 fährt die S-Bahn nach Buxtehude aus Hamburg-Harburg ab. Wenn sie um 17:46 in Buxtehude eintrifft, werden wir als geschlossener Zug zum Busbahnhof gehen.

Hintergrundbericht

Seit der Wende 1990 sind 149 Menschen Todesopfer neonazistischer Gewalt geworden. Der 18. März 1992 wurde dem Kapitän Gustav Schneeclaus zum Verhängnis. Er wurde am Buxtehuder Busbahnhof von Neonazis zusammen geschlagen und erlag vier Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Einer der beiden Täter, Stefan Silar, spielt heute eine führende Rolle in der Kameradschaftsszene um Tostedt/Wistedt und Umgebung.

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